Als mit dem IBA-Kunst- und Kultursommer 2007 „die Hamburger Elbinseln zur Bühne der Stadt“ werden sollten, wie die IBA schrieb, übernahm das StadtplanungsbüroüNN gemeinsam mit den Kuratorinnen „10° Kunst –Wilhelmsburger Freitag“ die Projektauswahl. Sie selbst bekamen dabei Zuschläge für insgesamt 14(!!) Projekte.

Projekte des IBA Elbinsel Sommers 2007 von KuBaSta e.V.und 10°Kunst:

KuBaSta – Kunst Bauen Stadtentwicklung e.V.
„Kapellenmusik“: Hier wurde die Friedhofskapelle des größten Parks des Stadtteils bespielt. Einige Monate später verschwand das Gebäude bis jetzt und für die kommenden Jahre hinter dem Zaun des igs-Geländes, wird aber gegen hohe Mietzahlung für igs-kompatible Privatnutzungen angeboten oder für igs-Werbeveranstaltungen genutzt. Ähnlich angelegt war die „Halle Dreizehn“, die schon ausführlich erwähnt wurde. Die „Hafensafari 5“: ein Projekt, das „unbekannte“ zum Hafen gehörige Orte in Wilhelmsburg bespielte, ist mittlerweile verschwunden (die inszenierten denkmalwürdigen Gebäude und Orte, wie auch die Hafensafari selbst); ähnlich die „IBA-Bahn“, eine Rundfahrt mit dem Dampfzug durch den Hamburger Hafen nach Wilhelmsburg bis an die Gartenschau, auch kein „nachhaltiges“ Projekt, denn IBA und igs werden keinen eigenen Bahnanschluss erhalten – die Aktion diente vor allem der „Sichtbarmachung“ des „spannenden“ Ortes; ebenso das jährlich stattfindene „Flußlicht“, eine Aktion, in der der Reiherstieg, ein Wilhelmsburger Elbarm, „inszeniert“ wurde; schließlich noch ein „Basar der guten Ideen“. Auch was bei „QuARTier. Cultmarkt Wilhelmsburg für Verständnis und Toleranz“ herausgekommen ist, ist zumindest den AutorInnen des vorliegenden Papiers nicht bekannt. Alle diese Projekte wurden direkt oder indirekt von: KuBaSta e.V. (=üNN) beantragt und betrieben. http://www.kubasta.de/
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10°Kunst: Wilhelmsburger Freitag , Kunst im Stadtraum, südlich der Elbe: Christoph Schäfer/Margit Czenki Ganz wie zu Hause, Thorsten Passfeld Kirche des guten Willens – Wie kann man ein besserer Mensch sein?, Lenka Clayton Local Newspaper in Kooperation mit der Galerie für Landschaftskunst, Oda Projesi mit Nadin Reschke Kindlimann 15 × 75 m. Hingucken – Weggucken, Mandla Reuter Pictures, Asli Cavusoglu Twin Peaks (http://www.wilhelmsburgerfreitag.de/)
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Auszug aus einem Interview mit Britta Peters von 10° Kunst und (inzwischen abgeschaltete Webseite) „IBAfluessig“, anlässlich des von ihr kuratierten Kunstprojektes „Kirche des guten Willens“ im September 2007

„Du wurdest dann als Kuratorin ausgewählt?

Ich bin innerhalb der Kunstkommission vorgeschlagen worden und habe das dann gerne angenommen mit der Vorstellung – die ich jetzt auch versucht habe umzusetzen – trotz dieses relativ festgelegten Rahmens hier ein relativ eigenständiges Projekt umzusetzen. Mir geht es vor allem um Kunst, mir geht es überhaupt nicht darum, Werbung zu machen, oder Stadtteilmarketing…

Das hast Du beim letzten Mal auch schon gesagt, dass es Dir darum nicht geht, und dass Du das auch nicht möchtest, und auch nicht so siehst. Von außen betrachtet, wenn man sich so die IBA-Programme im Allgemeinen anschaut, das Kunst-und-Kultur-Programm, sieht es natürlich so aus.
Wenn man von außen kommt und diese Projekte sieht, und das Umfeld kennt und weiß, was im Rahmen der IBA geplant ist, dass man den Standort Wilhelmsburg attraktiver machen will etc., gehört das Kunst-und-Kultur-Programm ja schon zu deren Marketing.“
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